DEMO: Solidarität gegen Abschiebungen! – 11.02.20

Am 11. Februar 2020 rufte wir zu einer Demonstration in der Leipziger Innenstadt auf.

Anlass ist eine weitere Sammelabschiebung nach Afghanistan, die voraussichtlich am 12. Februar 2020 stattfinden wird.

Die Demonstration startet um 18:00 Uhr auf dem Südplatz und zieht über die Karl-Liebknecht-Straße und durch die Innenstadt bis auf den Kleinen Willy-Brandt-Platz.

Solidarität gegen Abschiebungen!

Seit Monaten können wir uns darauf einstellen, dass etwa alle vier bis fünf Wochen eine Sammelabschiebung von Deutschland nach Afghanistan durchgeführt wird. Alle vier bis fünf Wochen werden Menschen ihrem Wohnort, ihrem Lebensmittelpunkt und ihrem Umfeld entrissen und in ein Land verschleppt, in dem ihnen Gewalt, Terror und Elend droht. Für die meisten von uns bedeutet die Nachricht, dass schon wieder eine Abschiebung stattfinden soll, keine Veränderung. Vielleicht macht sie uns wütend, vielleicht organisieren wir sogar eine Protestaktion.

Doch was bedeutet es für diejenigen, für die es eine ganz reale Gefahr ist, abgeschoben zu werden? Menschen, die geflüchtet sind und hier seit Monaten oder Jahren enorme Anstrengungen aufbringen, ein Leben aufzubauen? Menschen, die angekommen sind, die ihr Leben selbstbestimmt gestalten? Was bedeutet es, wenn das gesamte Leben durch rassistische Asylpolitik und Behördenwillkür umgekrempelt wird? Was bedeutet es, durch Abschiebungen Freund*innen zu verlieren?

All das, was für einen großen Teil unserer Gesellschaft unvorstellbar ist, ist Realität für diejenigen, die von Abschiebungen betroffen oder bedroht sind. Wir kennen die 37 Menschen vielleicht nicht, die vor nicht mal einem Monat, am 14. Januar 2020, aus Deutschland nach Afghanistan abgeschoben wurden. Wir wissen nicht, wer sie sind, wie es ihnen ging, wie es ihnen heute geht. Was wir aber wissen: An exakt demselben 14. Januar wurden in der afghanischen Provinzhauptstadt Masar-e-Sharif neun Menschen bei einem Doppelanschlag getötet. Acht von ihnen waren Zivilist*innen. Wir wissen, dass im ersten Halbjahr 2019 in Afghanistan 1300 Zivilist*innen getötet wurden, weitere 2400 verletzt. Wir wissen, dass in den vergangenen zehn Jahren mehr als 100.000 Zivilist*innen in Afghanistan gewaltsam ums Leben kamen.

Während wir all das wissen, wird weiterhin abgeschoben. Monat für Monat starten die Flieger nach Afghanistan. Europa schottet sich mehr und mehr ab. Dass an den Außengrenzen der EU Menschen leiden und sterben, veranlasst die zuständige Politik zu weiterem “Grenzschutz”, zu weiteren Gewaltmaßnahmen, die Menschen daran hindern sollen, ein Leben in Sicherheit und Frieden zu führen. Abgeschoben wird überall dorthin, wo Behörden und Politik entschieden haben, dass es dort sicher sei. Sogar Abschiebungen nach Syrien sind seit der Innenministerkonferenz im September 2019 wieder im Gespräch.

Auch wenn es unvorstellbar scheint, diese Gewalt erleben zu müssen, dürfen all die Nachrichten nicht dazu führen, dass wir verzagen oder, noch schlimmer, dass sie uns egal werden. Wir müssen wütend werden! Wir müssen Protestaktionen organisieren!

Abschiebungen, die von Staat und Behörden seit Jahren als routinierte Vorgänge eingeschliffen werden, dürfen nie zur Routine, nie zur Normalität werden! Lasst uns zusammenhalten, kämpferisch bleiben und ihrer Gewalt unsere Wut entgegen setzen!

Animated GIF: Solidarity against deportation

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